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Tag der offenen Tür in der Realschule 2014

TagderoffenenTürSchon mal Bruchrechnen ausprobiert

Die Realschule Westerkappeln hatte zum Tag der offenen Tür eingeladen. Rund 60 Viertklässler und ihre Eltern informierten sich über Konzepte, Inhalte und Räumlichkeiten. Während der Veranstaltung war auch die geplante Gesamtschule bei den Eltern ein Gesprächsthema. Stimmen für und gegen die neue Schulform wurden laut.

Als die Big Band der Realschule Westerkappeln am Samstagvormittag den 80er Jahre Hit „Final Countdown" der Band "Europe" zum Besten gab, hing die Mehrdeutigkeit dieses Stückes fast greifbar in der Aula des Schulzentrums. Zum einen galt dieser Song der Eröffnung des traditionellen „Tages der offenen Tür", den die Realschule laut Rektor Ralf Kutschwalski nun schon seit zehn Jahren in dieser Form gestaltet. Des Weiteren läuft der finale Countdown auch für die Viertklässler der hiesigen Grundschulen. Am kommenden Freitag gibt es für sie die letzten Halbjahreszeugnisse, bevor sie sich ab Sommer in das Abenteuer weiterführende Schule stürzen.

Welche die passende Schulform und gar die richtige Schule ist, versuchen sowohl die Kinder als auch deren Eltern in diesen Tagen herauszufinden.

Gut 60 Viertklässler waren daher am Samstag mit ihren Eltern der Einladung der Realschule gefolgt, sich über Konzepte, Inhalte und Räumlichkeiten zu informieren.

Nach dem Empfang in der Aula und den Darbietungen der Big Band sowie der Jungbläser, wurden die neugierigen Viertklässler in Gruppen aufgeteilt und von einem Fachlehrer zum „Schnupperunterricht" abgeholt. Pädagogin Heike Unland gab beispielsweise einen Einblick in den Mathematikunterricht. Mit der Unterstützung jetziger Fünftklässler konnten sich die potenziellen neuen „Fünfer" in Bruchrechnung ausprobieren.

Soweit klingt alles wie in jedem Jahr, doch gerade bei einem Großteil der Eltern waberte am Samstag wohl immerzu die Frage durch den Kopf, ob nicht auch der „Final Countdown" für die Realschule läuft. Das Projekt Gesamtschule war beim "Tag der offenen Tür" der Realschule allgegenwärtig.

Die Plakate der Schülerdemonstration gegen die Gesamtschule fielen jedem Besucher ins Auge und auch in den Gesprächen der Eltern untereinander war die geplante Gesamtschule ein Thema.

„Wir sind eher für die klassische Schulform", sagte Andreas Hofer aus Westerkappeln. Er war, wie seine Ehefrau, selbst Schüler an der Westerkappelner Realschule und sucht jetzt die passende Schule für seinen Sohn. "Die öffentliche Kommunikation zur geplanten Gesamtschule war nicht ausreichend", monierte er. Zu viele offene Fragen seien geblieben. Außerdem befürchtet Hofer vor allem wegen der Neuartigkeit Probleme. „Es gibt einfach keine Erfahrungswerte mit der Gesamtschule. Deshalb schauen wir uns auch Alternativen an." Vor zwei Wochen war die Familie beim „Tag der offenen Tür" der Kardinal-von-Galen-Realschule in Mettingen. "Da hat uns gut gefallen. Im Moment tendieren wir dahin", sagte er offen.

Auch im Lehrerkollegium ist Unmut gegenüber der geplanten Gesamtschule zu spüren. Klar äußern wollten sich dazu allerdings die Wenigsten. Das tut dafür Anja Peters, die nach einer neuen Schule für ihre Tochter sucht. Sie ist ganz klar für die Gesamtschule: „Meine ältere Tochter besucht das Gymnasium in Tecklenburg und ist dort super zufrieden. Auch meine jüngere Tochter bekommt eine Gymnasialempfehlung, wird aber wohl die Gesamtschule hier vor Ort besuchen." Peters ist von dem Konzept überzeugt. „Und offenbar gibt es ja schon 94 Termine für Anmeldegespräche. Deshalb gehe ich davon aus, dass die Gesamtschule kommen wird", sagte Peters.

Für die Besucher des „Tages der offenen Tür" gab es abseits der Diskussion noch eine Führung durch das Gebäude, bevor es zum Abschluss in die Mensa ging.

Westfälische Nachrichten vom 02. 02. 2014 - Christoph Pieper