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Elisabeth Schreiner gewinnt

VorlesewettbewerbGute Leistungen beim Vorlesewettbewerb der Realschule

Elisabeth Schreiner hat als Jahrgangsbeste den Vorlese-Wettbewerb der Sechstklässler in der Realschule gewonnen. Sie wird Westerkappeln im nächsten Jahr auf Kreisebene vertreten.

Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 6 haben sich in der Aula der Realschule versammelt, um die Endausscheidung beim Lesewettbewerb zu begleiten. Aus jeder der drei sechsten Klassen trugen die beiden Klassenbesten zunächst einen Abschnitt aus ihren Lieblingsbüchern vor. In der zweiten Runde galt es dann, einen bis dahin unbekannten Text vorzulesen. Wegen der guten und dicht beieinander liegenden Leistungen ist es für die Jury auch in diesem Jahr wieder schwierig gewesen, eine Entscheidung zu treffen. Am Ende haben sich die Lehrerinnen der Bewertungskommission entschieden: Elisabeth Schreiner wurde zur Siegerin gekürt. Sie wird die Realschule Westerkappeln im kommenden Jahr beim Wettbewerb auf Kreisebene vertreten. Das Bild zeigt (hintere Reihe von links) Firat Gürbüz (6b), Pia Winkelmann (6a) und Franka Schwabe (6c) sowie (vorne von links) die Klassenbesten Celina Quindt (6b) Elisabeth Schreiner (6a, Jahrgangsbeste), Nicole Schelawski (6c).

Foto: privat

Fotos: privat

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Neuntklässler sehen "Braune Engel"

Neuntklaessler-sehen-Braune-EngelTheater gegen rechte Gewalt

Aishe und Kalle begegnen sich am Bahnhof. Sie ist Türkin, gebildet, wortgewandt, anscheinend vor einer Zwangsheirat getürmt. Kalle ist Deutscher, trägt Glatze und Springerstiefel, leugnet den Holocaust und schreit Kanaken-Schlampe. Sein stärkstes Argument ist ein Baseball-Schläger.

Kalle will Sex mit Aishe. Er versucht, sie zu vergewaltigen. Aishe wehrt sich. Sie erschlägt Kalle mit einem Pflasterstein. Ende! Und damit Beginn der eigentlichen Aufführung des Theaterstücks „Braune Engel“ in der Stadtkirche Westerkappeln.

Freitagmorgen. Rund 90 Neuntklässler der Realschule sitzen in den Bänken und verfolgen das Geschehen im Altarraum. Birgit Iserloh und Ralf Lambrecht vom Bochumer Kinder- und Familientheater Traumbaum agieren mit Worten und Gesten eindrucksvoll und überzeugend auf ihrer spartanischen Bühne.

Denn Asihe lässt Kalle nicht los. In der Vorhölle kommt es zum verbalen Schlagabtausch zwischen den beiden. Sie entlarvt seine rechtsradikale Phrasen und Posen und führt sie ad absurdum. „Michael Kühn ? Der war doch schwul!“ stürzt sie Kalles rechten Helden vom Sockel. „Ich hab ja nix gegen Schwule, aber ihr Nazis!“

Ein Beispiel von vielen. Es geht um die alten Rechten, um die Verbrechen der Nazidiktatur von 1933 bis 1945. Es geht ebenso um die neuen Rechtsradikalen, um Ausländerhass, Rassismus und Gewalt.

Das Stück provoziert, erst Recht vor der sakralen Kulisse. Es macht keinen Halt vor vulgärer Sprache und anzüglicher Körperhaltung. Die beiden Schauspieler spielen ihre Rollen authentisch. So gelingt es, das Thema „rechte Gewalt“ nachvollziehbar in Szene zu setzen. Das Gespielte ist nicht nur Theater, sondern vielerorts Realität in Deutschland.

Westfälische Nachrichten vom 01. 12. 2012 - Karin C. Punghorst

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Henriette Kretz hat den Holocaust überlebt

Henriette-KretzErzählen gegen das Vergessen

Henriette Kretz ist eine zarte Frau. Am Donnerstag war sie in der Realschule zu Gast und erzählte von ihrer Kindheit und Jugend. Henriette Kretz erblickte 1934 in Polen das Licht der Welt. Ihre Familie ist jüdisch. In vielen Verstecken überlebt sie die Zeit des nationalsozialistischen Terrors. Fast als einzige ihrer Familie. "Meine Onkel, meine Tanten, meine Eltern, sie alle haben etwas gemeinsam: Sie sind ermordet worden."

Henriette Kretz spricht mit geübter Stimme. Sie klagt weder an noch hebt sie belehrend den Zeigefeier. Schon nach wenigen Sätzen hat sie ihre jugendlichen Zuhörer in der Aula in ihren Bann gezogen. Alle hören zu! Das ist ihr wichtig. Dafür reist die mittlerweile in Antwerpen lebende Seniorin in Zusammenarbeit mit dem Maximilian-Kolbe-Werk durch ganz Deutschland. Sie ist voller Durchsetzungskraft. Ihre Geschichte ist spannend. Ihre Botschaft überzeugend: "Diejenigen, die uns versteckt haben, das waren die Helden. Sie haben ihr eigenes Leben aufs Spiel gesetzt. Und mir den Glauben an die Menschlichkeit zurückgegeben!"

Mit fünf Jahren erlebt sie den Ausbrauch des Zweiten Weltkriegs. Mit ihren Eltern flieht Henriette aus der polnischen Stadt Kielce weiter gen Osten nach Lemberg. Dort geht das Leben zunächst in geordneten Bahnen weiter. Ihr Vater ist Arzt und wird Leiter eines Sanatoriums für an Tuberkulose erkrankte Kinder.

1941 mit dem Angriff der Deutschen auf die Sowjetunion geht die Flucht weiter. Henriette darf nicht zur Schule gehen. Ihre Familie muss umziehen ins jüdische Viertel der Stadt Sambor. Ihre früheren Freunde, ukrainische und russische Kinder beschimpfen sie. Sie wird ausgestoßen. Alles, nur weil sie Jüdin ist. "Ich wusste ja aber noch nicht einmal, was eine Jüdin ist?"

Eltern und das Kind werden schließlich der Umstände wegen voneinander getrennt. Mehrmals gelingt es dem Vater, seine Tochter vor dem Tod zu retten, sie aus einem Gefängnis zu befreien. Wieder zusammen gelingt der Familie die Flucht aus dem mittlerweile streng bewachten Ghetto. Sie findet ein Versteck bei einem ukrainischen Feuerwehrmann. Die Familie wird verraten. Um der Tochter die Flucht zu ermöglichen, stürzt sich der Vater auf einen Soldaten. Henriette rennt, so wie ihr der Vater befohlen hat. Sie rennt. Sie hört einen Schuss. Sie hört ihre Mutter weinen. Sie rennt. Noch ein Schuss. "Da wusste ich, dass ich keine Eltern mehr habe."

Das neunjährige Mädchen ist alleine, umgeben von Feinden. "Es ist die einsamste Zeit meines Lebens." Henriette rettet sich in ein Waisenhaus und findet dort Zuflucht – und überlebt.

Nach dem Krieg kommt Henriette Kretz über Umwege nach Anterpen. Sie wird Lehrerin. Sie lebt 13 Jahre in Israel und ist seit 1969 wieder in Belgien. Ihr Glaube an die Menschlichkeit ist bis heute ungebrochen. Ihr Kampf gegen das Vergessen, gegen Antisemitismus und Rassismus in Vergangenheit und Gegenwart ist nach wie vor notwendig und von äußerster Aktualität.

Wenn Henriette Kretz ihre Geschichte erzählt, dann gibt sie damit auch einen Auftrag an ihre Zuhörer: Weitererzählen! Gegen das Vergessen! Für die Menschlichkeit!  

► Das Maximilian-Kolbe-Werk unterstützt ehemalige KZ- und Ghetto-Häftlinge in Polen und anderen Ländern Mittel- und Osteuropas sowie deren Angehörige unabhängig von ihrer Religion und Weltanschauung. Die Einrichtung will zur Verständigung und Versöhnung zwischen dem polnischen und dem deutschen Volk und mit anderen Ländern Mittel- und Osteuropas beitragen. Seit einigen Jahren gibt es im Maximilian-Kolbe-Werk auch Zeitzeugenprojekte in Schulen, Jugendgruppen und Gemeinden. Internet: maximilian-kolbe-werk.de

Westfälische Nachrichten vom 30. 11. 2012 - Karin C. Punghorst

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"Schlechte Nachricht"

Wilhelm-Schroeder-geht-in-Ruhestand_image_630f_420f_wnWilhelm Schröder geht in Ruhestand

Wenn die Realschule Westerkappeln in der Vergangenheit mit guten Nachrichten an die Öffentlichkeit getreten ist, „war fast immer das Gesicht von Wilhelm Schröder dabei“, meinte Bürgermeister Ullrich Hockenbrink. Jetzt gibt aus der Realschule eine schlechte Nachricht und das Gesicht Schröders ist wieder dabei. Der verdiente Pädagoge wurde in den Ruhestand verabschiedet.

40 Jahre lang war Wilhelm Schröder im Schuldienst, davon unterrichtete er 31 Jahre lang an der Realschule. „Du hast das Image der Realschule Westerkappeln in hervorragender Weise geprägt. Du hast in – vorsichtig ausgedrückt – geschichts- und sozialwissenschaftlich geprägten Zeiten auf der Grundlage der Fächer Mathematik und Physik das Fach Technik zum Hauptfach und zum Markenzeichen der Schule gemacht“, dankte Rektor Ralf Kutschwalski seinem Stellvertreter in einer kleinen Feierstunde. Besonders zu verdanken habe die Schule ihm die Einrichtung des Faches Technik als Hauptfach in der Differenzierung. Dabei sei es Schröder immer wieder gelungen, durch besondere Ideen bei unterschiedlichen Wettbewerben wertvolle Preise zu gewinnen.

indrucksvoll bezeugten dies die vielen herausragenden Projekte, die Schröder gemeinsam mit seinen Schülern verwirklicht habe. Legendär ist die Tafelwischmaschine, deren Entwicklung der Realschule eine komplette PC-Raum-Ausstattung eingebracht hat, wie Kutschwalski erinnerte. Die Arbeit mit der Steuerungselektronik „LOGO“, ein Brennstoffzellenforschungsvorhaben, die Restaurierung der Elektroschalttafel in der Mühle Bohle oder eine programmierbare Fräsmaschine, deren Produkte auch an -den Bänken im Innenhof der Schule zu finden seien, natte der Rektor als weitere Beispiele. Auch Bürgermeister Hockenbrink betonte, dass es Wilhelm Schröder immer verstanden habe, Theorie und Praxis zu verbinden. Kutschwalski bedankte sich für Schröders „intensiven Einsatz bei der Berufsvorbereitung für unsere Schülerinnen und Schüler.“

Der Schulleiter wünschte seinem nun pensionierten Kollegen, dass dieser noch möglichst oft die Freude daran habe, „dass es Menschen gibt, die dankbar deinen Rat und deine Hilfe suchen, und die einem ergebnis- und praxisorientierten Pädagogen die Gewissheit geben, zur Bildung von Persönlichkeiten beigetragen zu haben.“

Westfälische Nachrichten vom 09. 07. 2012 - Frank Klausmeyer

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Gelungene Präsentation

Gelungene-Praesentation_630_420f_wnDie Realschule zeigt sich und ihre modernisierten Gebäude einem breiten Publikum beim Schulfest

Auch wenn der Himmel bedeckt war, fast schien es, als würden beim Schulfest der Realschule Sonnenstrahlen durch die Flure fallen. So kräftig leuchteten das frische Grün, Gelb und Orange des neu gestalteten Gebäudes. In diesem farbenfrohen Ambiente luden zahlreiche Stände zum Bummeln ein. Das bunte Treiben am Freitag hatten die Schüler während der vorangegangenen Projektwoche vorbereitet. Zu den Hauptattraktionen des Schulfestes gehörten das Theaterstück und die Auftritte der RSW Big Band. Aber auch Tanzaufführungen, eine Tombola und der Bücherflohmarkt übten große Anziehungskraft auf die Besucher aus.

Die Organisation des Schulfestes ist immer wieder eine spannende Angelegenheit“, resümierte Schulleiter Ralf Kutschwalski. Denn am Anfang der Projekttage wisse man nie, ob die gesteckten Ziele auch erreicht würden. Meistens klappe es aber, und die vielen Angebote auf dem Schulfest sprachen für sich. Auch ob sich für die Präsentationen ein entsprechendes Publikum finde, sei nie sicher, sagte Kutschwalski. Die Projektarbeit lohne sich aber immer. „Während dieser Tage lernen wir unsere Schüler einmal von einer ganz anderen Seite kennen.“ Die Sorge um Besucher erwies sich als völlig unbegründet. Die Resonanz war ausgesprochen gut. Die Attraktivität des diesjährigen Festes dürfte in Teilen wohl auch der Neugestaltung der Schule zuzuschreiben sein. Besonders freute sich Kutschwalski, dass unter den Schaulustigen auch viele Ehemalige waren. Die zahlreichen Gäste des Festes wurden im Eingangsbereich vom Union Jack begrüßt, denn eine der Schülergruppen hatte sich den britischen Traditionen verschrieben. „All about Britain“ konnte der geneigte Besucher hier erfahren und dabei englische Scones und schottisches Shortbread verköstigen. Die Einnahmen aus Bücherflohmarkt und Tombola fließen in ein Unicef-Projekt, das im hinteren Teil der Pausenhalle vorgestellt wurde.